Man mag annehmen, die Kinderhörspielreihen Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg seien völlig harmlos und handelten in einer heilen Welt. Weit gefehlt, meint der Politologe Gregor Waschinski in einem SpiegelOnline Interview. Er endeckt politisch linke und anarchistische, pazifistische Inhalte. Die ideologische Gleichung lautet: Wirtschaft, Staat=böse; Medien=gut; Protest: ja!
Interview: hier
Abgesehen davon, dass Medienwirkung ein umstrittenes Feld ist, scheinen die Hörspiele bei der jetzt studierenden Bibi Blocksberg- Generation nicht viel gefruchtet zu haben. Man erinnere sich an die Studie von Anfang März: „Die Studierenden in Deutschland sind so labil und teilnahmslos wie nie zuvor. Dies ergab nach Bericht des Nachrichtenmagazins Focus eine Studie der Universität Konstanz, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt wurde. […]Rund ein Viertel plädierte für die Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern, die Hälfte der Befragten befürwortete die Förderung von Technologien und die harte Bestrafung von Kriminellen. 1985 hatte sich lediglich ein Drittel der Studierenden für diese Ziele ausgesprochen(Studie, 24.03.2009).“
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2 Kommentare
Wenn die ganze Energie des politischen Protests schon in der Kindheit aktiviert wird, ist es ja klar, dass junge Erwachsene dann irgendwann politisch vollkommen desinteressiert sind. Insofern ist die Politisierung durch Bibi Blocksberg in ihrer tatsächlichen Wirkung eine Entpolitisierung. Oder anders gesagt: Wen juckt es, wenn im Kindergarten oder der Vorschule die Revolution ausgerufen wird? Vielleicht die unterbezahlten Erzieher. Aber sonst wohl kaum jemanden. Und wer (im Kindergarten) einmal mit der Revolution gescheitert ist, der wird sich die Schmach eines zweiten Scheiterns ersparen wollen…
In der frühen Kindheit wird also ein autoritätskritisches Bild geprägt – eigentlich ja garnicht schlecht, wenn auch wie der gute Mann selber sagt: “sehr schwarz/weiß”.
Dass die Medien dabei gut wegkommen ist natürlich nicht besonders kritisch, hier wäre vielleicht ein Wandel interessant: Autoritäten, aber auch die Darstellung von Autoritäten hinterfragen. Das Problem an solchen schwarz/weiß Zeichnungen ist ja immer, dass sie in der Realität nicht standhalten können – sich also schnell im Kern selbst widerlegen.
Viel schlimmer wird es dann, wenn die Kinder später TKKG hören – das ja vom Politologen als für einen ältere Zielgruppe ausgegeben wird – und dort mit neokonservativen Ideologien und klassischen Klischees konfrontiert werden. Tarzan, der Ami vor dem Herrn, erstmal auf die Fresse, rein prophylaktisch, die Weltpolizei. Das dumme blondchen Gabi, die ihrem starken Mann unterlegen ist und ihn daher anhimmelt, der Dicke ist auch der Dumme, und die vierte Figur…ein Streber und Nerd wie aus dem Bilderbuch, entsprechend wenig einprägsam (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/TKKG).
Diese Klischees treffen auf eine durch BB und BB linksgeprägte Schwarz/Weiß Zeichnung der Welt – die in der Realität nicht bestehen kann – und bieten sich daher noch stärker als Entwurf an, der eher mit der Realität mithalten kann….
Unterm Strich eine sehr schlechte Kombi, insbesondere in dieser zeitlichen Reihenfolge…..